Checkliste im Falle eines Gerätedefekts: Kondensatoren und Widerstände tauschen

Ist es dir nicht auch schon mal passiert, dass dein perfekt funktionierendes Elektrogerät plötzlich aufhört zu funktionieren und du weißt nicht, wo das Problem liegt? Hier ein paar Tipps, die dir dabei helfen werden, das gute Stück wiederzubeleben.

Aber bevor wir hier weiter darauf eingehen, solltest du dich mit den folgenden Hilfsmitteln ausstatten:

  1. Schraubenzieher
  2. Lötkolben
  3. Lötfaden
  4. Kondensatoren
  5. Widerstände

Falls dir Einzelteile fehlen, kannst du sie auch in spezialisierten Onlineshops wie Farnell nachbestellen.

Vorsichtsmaßnamen:

  1. Vergewissere dich, dass das Gerät ausgeschaltet ist und der Stecker nicht in der Steckdose steckt, bevor du es öffnest.
  2. Pass auf, dass du keine freiliegenden Drähte oder Fugen berührst, denn die Kondensatoren könnten geladen sein, was zu einem Stromschlag führen könnte. Dies kannst du verhindern, indem du Handschuhe benutzt.
  3. Wenn du freiliegende Drähte siehst, passt auf, dass du sie nicht kurzschließt (dies würde zu einem größeren Problem führen!). Das gleiche gilt für die Leiterplatte. Du solltest auch nicht zu viel Lötpaste auftragen, um nicht einzelne Kupferstücke zu verbinden und sie so kurzzuschließen.
  4. Die Teilchen, die auf einer Leiterplatte festgelötet sind, sind sehr anfällig, also sei vorsichtig beim Umgang und berühre nichts aus versehen, weil dies die wichtigsten Verschaltungen kaputtmachen könnte.
  5. Berühre nicht den Stab des Lötkolbens oder Verbindungen, die du erst vor kurzem gelötet hast, da sie sehr heiß sind und zu schweren Verbrennungen führen können.
  6. Trage eine Schutzbrille, um deine Augen vor dem beim Löten entstehenden Rauch zu schützen.
  7. Atme nicht den Rauch, der beim Löten entsteht, ein.

Vorgehen

  1. Öffne das Gerät. Achte darauf, dass alle Schrauben vom Gehäuse abgeschraubt sind. Wenn du es mit Gewalt öffnest, weil einige Schrauben noch feststecken, könnte das Gerät endgültig kaputtgehen.
  2. Suche das Gerät sorgfältig nach durchgebrannten Kondensatoren und Widerständen ab. Durchgebrannte Kondensatoren können bräunliche Flüssigkeit von sich geben, sie können korrodiert oder die Spitze kann leicht nach außen gebogen sein. Ein durchgebrannter Widerstand hingegen wird schwarz und riecht auffällig.

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    Durchgebrannte Kondensatoren und Widerstände ausfindig machen.

  3. Durchgebrannte Kondensatoren und Widerstände ausfindig zu machen, ist gar nicht so einfach. Wenn Du dir nicht absolut sicher bist, dann solltest du sie nicht entfernen.
  4. Um einen durchgebrannten Kondensator zu entfernen, solltest du die zwei Enden identifizieren, die an der Leiterplatte festgelötet sind. Das gleiche gilt für die Widerstände. Schalte den Lötkolben ein, drücke die Spitze an das festgelötete Ende und ziehe dann den Kondensator oder Widerstand mit der anderen Hand von der Leiterplatte ab. Wenn du unsicher bist, findest du hier Grundregeln zum Löten.
  5. Nachdem Du das defekte Teil entfernt hast, überprüfe dessen Werte, die darauf gedruckt sind, wie z.B. Kapazität, Volt und Temperatur. Schaue auch nach der Polarität, für den Fall, dass es sich um einen gepolten Kondensator handelt (die längere Seite ist die positive). Wenn Du den Kondensator dann ersetzt, sollte er selbstverständlich gleiche Kapazität und dieselben Eigenschaften besitzen.

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    Beispiel für durchgebrannten Widerstand

  6. Einen Widerstand zu überprüfen, kann hingegen etwas schwieriger sein, da die Werte beim Ablesen durch einen Multimeter verfälscht sein können, wenn der Widerstand durchgebrannt ist. Die Farbmarkierung des Widerstands ist in solch einem Fall meist auch angebrannt. In diesem Fall sollte man in der Gerätebeschreibung nach den entsprechenden Werten des Widerstandes schauen, um ihn ersetzen zu können.
  7. Jetzt kannst du den neuen Kondensator an der Stelle des durchgebrannten anbringen. Schneide die Enden gleich lang und gib auf die Pole acht.

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    Neuen Kondensator an der Stelle des durchgebrannten anbringen.

  8. Füge danach die Leiterplatte an der gleichen Stelle, an der du sie herausgenommen hast, wieder in das Gehäuse ein.
  9. Schalte das Gerät ein und prüfe ob es funktioniert. Mit etwas Glück sollte es nun wieder laufen. Es reicht meist, die durchgebrannten Teile zu ersetzten, aber man weiß nie so genau, das Problem könnte auch komplizierter sein als der Ersatz von durchgebrannten Komponenten. Wenn Du dir nicht sicher bist woran es liegt, hilft dann doch nur der Fachmann.

Hinweis: Dies ist ein Gastbeitrag von Marco Schäfer.

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Dieser Beitrag wurde veröffentlicht von Gastbeiträge unter der Kategorie: Tipps & Tricks erstellt am 26. September 2012 | aktualisiert am 21. Februar 2013

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2 Kommentare (Hinterlasse einen Kommentar »)

  1. Thomas Reichelt

    Hallo Zusammen,
    bin zufällig über diesen Artikel gestolpert.
    Und der Autor hat Recht, wobei es gerade bei Schaltnetzteilen meistens die Elektrolytkondensatoren sind (kurz Elkos) genannt.
    Gerade in den LED-Lampen sind diese zu 95% im Einsatz. Aufgrund der Temperaturen von weit über 70°C gasen diese meist schon noch mehreren 1000 Stunden aus und verlieren ihre Kapazität.
    Vergleich Autobatterie: ohne Elektrolyt geht nichts mehr, deswegen hat man früher noch destilliertes Wasser nachfüllen können.
    Das schwächste Glied als in LED-Lampen sind die LED-Treiber und dort die Kondensatoren. So kann man dann die doch etwas teuren LED-Lampen meist wieder zum Leben erwecken.
    Tipp: Finger weg von LED-Lampen mit versprochenen 50.000 Std. Lebensdauer. Das ist unseriös.

    Viel Spass beim Löten und Leuchten.

  2. Julia

    Nicht schlecht, dass heutzutage noch jemand gibt, der den Lötkolben kennt und auch selbst repariert. Das finde ich wirklich klasse. Heute wird doch eher etwas weggeschmissen und neu gekauft.

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